Römische Thermenanlage in der Nähe von Torre Paola, am westlichen Ende des Vorgebirges, in einem Gebiet, in dem sich in der Antike auch der Kanalhafen befand, der den Paola-See (heute Sabaudia-See) mit dem Meer verband. Die Stätte zeugt vom Stand der römischen Wohn- und Wasserbautechnik an diesem Küstenabschnitt, wo die reichsten Familien Roms – der Überlieferung nach auch Marius, Cicero und Kaiser Tiberius – Villen und Aufenthaltsorte mit Blick aufs Meer besaßen.
Die bemerkenswerte Thermenanlage von Torre Paola stammt aus dem Ende der Republik und wurde in den ersten Jahren der Kaiserzeit umgestaltet. Sie wurde 1934 bei Arbeiten an der Straße am Fuß des Berges zwischen Torre Vittoria und Torre Paola freigelegt. Es handelt sich um ein Badegebäude, das zuvor fälschlich als Kolumbarium oder Grabbau gedeutet wurde. Es besteht aus zwei aneinandergrenzenden Räumen mit Tonnengewölbe. Der erste Raum, als apodyterium oder Umkleideraum gedeutet, hat entlang der Wände mehrere halbrunde Nischen zur Ablage der Badeutensilien. Der Wandsockel trägt bis zur Höhe der Nischen ein Zierband aus rotem Putz, der Boden ist ein weißes Mosaik. An einer der Schmalseiten des ersten Raums gelangt man in einen kleinen beheizten Raum mit rundem Grundriss und flacher Kuppel, wahrscheinlich ein laconicum. Unter den verschiedenen Räumen der Thermen im antiken Rom (tepidarium, caldarium, frigidarium, laconicum) war das laconicum der letzte und heißeste Raum, mit sehr heißer trockener Luft beheizt, ähnlich den heutigen türkischen Bädern. Der zweite, größere Raum hat denselben roten Ziersockel, während der auf Ziegelpfeilerchen oder suspensurae erhöhte Boden mit weißem Mosaik und einem schwarzen Rahmenband verziert ist. Auch hier öffnen sich halbrunde Nischen in den Wänden, und zwei große Arkosolien vergrößern das Fassungsvermögen des Raumes. Unter dem größeren der beiden Arkosolien befindet sich ein rechteckiges Becken mit Stufe.