Der Lido von San Felice Circeo, aufgrund seiner Ausrichtung nach Osten, wo die Sonne aufgeht, auch Levante-Küste oder Levante-Strand genannt, erstreckt sich über etwa 12 km vom Yachthafen bis zum Torre Olevola. Er zeichnet sich durch breite Sandstrände und den eindrucksvollen Blick auf den Monte Circeo aus, der sich über dem Meer erhebt. Der Strand ist besonders bei Besuchern beliebt, die die Morgensonne und den weiten Blick über den Golf genießen möchten.
Der Lido lässt sich in drei Abschnitte unterteilen, die von drei Türmen geprägt sind. Der erste Abschnitt entspricht dem Hafen und wird von oben vom imposanten Torre Fico überragt. Vor dem Bau des Yachthafens war dies ein grasbewachsenes Gebiet mit zahlreichen Felsen, das der natürlichen Geländeform der Küste von Quarto Caldo folgte.
Der zweite Abschnitt reicht vom Hotel Maga Circe bis zum Torre Vittoria. Dieses Gebiet ist aufgrund seiner Nähe zum Berg der Einwirkung des Meeres besonders stark ausgesetzt, weshalb menschliche Eingriffe zur Anlage kleiner Buchten und Strände erforderlich wurden.
Der dritte Abschnitt beginnt am Piazzale Rio Torto, dem ehemaligen Endpunkt der Fossa Augustea, und reicht bis zum Torre Olevola. Dieses Gebiet wird im örtlichen Dialekt „tummulito“ genannt. Hier befanden sich früher Weinberge und vor allem die Dünen der Levante-Küste, die leider durch die infolge menschlicher Eingriffe verstärkte Küstenerosion zerstört wurden.
Der Lido von San Felice Circeo gehört zum 1934 gegründeten Nationalpark Circeo. Der feine goldene Sandstrand erstreckt sich unterhalb des Circeo-Vorgebirges. Die breite und lange Küste wechselt zwischen niedrigen Sandabschnitten und höher gelegenen felsigen Bereichen und wird von mediterraner Macchia, Zwergpalmen und Strandbädern gesäumt. Das Meer ist blau, kristallklar und transparent, mit sanft abfallendem Sandgrund, der sich ideal zum Baden und Schwimmen eignet.
Entlang der Küste wechseln sich frei zugängliche Strände mit zahlreichen ausgestatteten Strandbädern ab. Ein von Tamarisken beschatteter Gehweg ermöglicht Spaziergänge entlang der Küste und den Zugang zu freien Stränden, Restaurants, Bars und Strandbädern mit den für Touristen erforderlichen Dienstleistungen. Auch wer einen freien Strand wählt, kann die meisten Strandbäder besuchen oder in einem der zahlreichen Restaurants direkt am Meer essen. Heute ist der Piazzale Rio Torto einer der Mittelpunkte des sommerlichen Lebens und Veranstaltungsort für Events an festlichen Abenden.
Von Rom aus ist der Strand leicht über die Staatsstraße 148 und anschließend über die Ausfahrt San Felice Circeo zu erreichen.
Wissenswertes. Betrachtet man das Circeo-Vorgebirge von Gaeta aus, erscheint es wie eine Insel – so wie es vor etwa 3 Millionen Jahren, im fernen Pliozän–frühen Pleistozän, tatsächlich war. Der nach Osten ausgerichtete Teil der Ebene entstand durch die fortwährende Ablagerung tonig-sandiger Sedimente zusammen mit kontinentalen Ablagerungen.
In der Ebene zwischen dem Fluss Sisto und der Küstenlinie lagerten sich in Zeiten eines höheren Meeresspiegels fossilreiche Sande ab. Während mariner Regressionen hingegen, als sich das Meer zurückzog und der Meeresspiegel sank, wurden vom Wind transportierte Sande abgelagert.
Im zentralen Bereich bestanden die Ablagerungen aus Sanden, Torfgebieten und Tonen. Sie wurden durch die natürlichen Barrieren der westlichen Dünen geschützt, die das von Westen kommende Meer abhielten. Dadurch konnten sich Sedimente ansammeln, die sowohl vom Regenwasser als auch von den aus dem Apennin kommenden Flüssen herangeführt wurden.
Im mittleren Pleistozän wurde das Gebiet am Fuß des Berges vom Meer überflutet. Seine Hebung erfolgte gleichzeitig mit derjenigen der Monti Lepini, wie Sedimente, Fossilien und Spuren in den Höhlen belegen. Neben marinen Sedimenten lagerten sich mehr oder weniger unregelmäßig auch vulkanische Materialien ab: aus dem Norden vom großen Latium-Vulkan, der heute den Albaner Bergen entspricht, und aus dem Süden von zahlreichen kleineren Eruptionszentren, die heute nur noch teilweise zutage treten und alle dem späten Pleistozän zuzuordnen sind.
Der Lebensraum „Strand“ ist ein hochdynamischer und ständig in Bewegung befindlicher Bereich mit einem empfindlichen Gleichgewicht, da er fortwährend zahlreichen Einflüssen ausgesetzt ist. Diese lassen sich in passive Faktoren wie die Topografie des Gebietes und die Materialien, aus denen es besteht, sowie aktive Faktoren wie Wind, Wellengang, Meeresströmungen, Gezeiten, Flusseinträge, die Aktivität von Organismen und die Anwesenheit des Menschen unterteilen.
An diesem Küstenabschnitt ist es zutreffender, von einer Sanddüne zu sprechen, die aus mehr oder weniger lockerem Sand alten Ursprungs besteht. Betrachtet man die Küste heute, sieht man eine Landschaft, die sich im Laufe der Zeit verändert hat und durch menschliche Eingriffe umgestaltet wurde: durch den Bau von Straßen und Häusern und, direkt am Strand, durch die halbpermanente Errichtung von Strandbädern.
Angesichts der heutigen Situation und der ständigen Dynamik, der der Strand ausgesetzt ist, sollte ein angemessenes Gleichgewicht zwischen seiner überwiegend sommerlichen Nutzung und der Bewirtschaftung der Strandpromenade gefunden werden, um ein öffentliches Gut zu bewahren, das für das Ökosystem, die Menschen und die lokale Wirtschaft von großer Bedeutung ist.
Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass jedes einzelne Sandkorn sehr lange gebraucht hat, um zu entstehen, und dass erst die Gesamtheit all dieser kleinen Körner den Strand bildet. Diese wunderschöne und empfindliche Umwelt sollte daher respektiert werden, indem keine Abfälle zurückgelassen und die dafür vorgesehenen Behälter an den ökologischen Sammelstellen genutzt werden.